TAVERNE VACHENLUEG Familie Walter  |  Vachenlueg 50  |  D-83454 Anger-Vachenlueg Telefon: +49 8656 98 98 44  |  info@taverne-vachenlueg.de 
 

SCHLOSS VACHENLUEG - VON DER VESTE ZUR ERINNERUNGSTAFEL

von Johannes Lackner An einem Sonntag im August 1971 fuhr ein Vater mit seinen Kindern bei strahlendem Sonnenschein während eines Ausflugs hinauf nach Vachenlueg, um den jungen Menschen die Schönheit der Gegend und das kleine Wallfahrtskirchlein zu zeigen. Mit dabei war der Junior der Familie, der glänzende Augen bekam, als er vor der Kirche stand und die Mauerreste sah, die rechts des Eingangs unter hohem Gras und Büschen fast versteckt hervorlugten. Neugierig geworden fragte er nach dem Grund dieses Mauerrestes, worauf ihm sein Vater erklärte, dass an dieses Stelle einst eine Raubritterburg stand und dieser Rest hier das letzte dieser sei. Dies entfachte die Phantasie des Jungen ungemein und so konnte er sich die alte Burg in allen Einzelheiten klar vorstellen. Die Kapelle musste natürlich die alte Burgkapelle sein und der Weiher war bestimmt von den Rittern dazu genutzt worden, um die toten Gefangenen verschwinden zu lassen. Deshalb gab es ja auch hier die großen Karpfen und bestimmt konnte man auch noch Ritterrüstungen im Weiher finden. Der Vater erzählte ihm auch von dem Geheimgang, der bis nach Salburg reichen sollte. Und weil in einem geheimen Gang sicherlich auch ein großer Schatz versteckt sein musste, fuhr der Junge immer wieder auf den Hügel, um von hier oben irgendeinen Hinweis auf den Verlauf des Ganges zu finden. Vielleicht war ja ein Stück des Ganges eingebrochen und von dem Hügel könnte man dies bestimmt sehen, um dann später dort einzusteigen. Viele Sommer sind seit jenem Ausflug vergangen und der Junge konnte den Geheimgang nicht finden. Oft saß er auf der Bank ganz oben auf der Straße und stellte sich die Ritterzeit vor, als von der Burg aus die Ritter das fahrende Volk beobachteten und dann überfielen und ausraubten. Deshalb hieß es ja auch hier „Vachenlueg“, „lugen“ wie wir ja heute noch sagen und „fangen“. Doch in Wirklichkeit war es nicht ganz so, wie es in den trockenen Büchern der Geschichte zu entnehmen ist. Heute weiß man z. B., dass dieses „Vahen“, sprich „vachen“ soviel wie abeichen oder abmessen bedeutet. Um die Mitte des 16. Jh. nannten die Handwerker ihre festen Maßeinheiten auch Vachten. So würde sich der Name des Ortes mit „begrenzter Platz mit guter Aussicht“ übersetzen lassen. Und die kann jeder bestätigen, der schon einmal dort verweilt ist.

Wie sah es hier oben tatsächlich im Mittelalter aus?

Am anderen Ende des Beckens, das hier der Högl begrenzt, ragt der Haunsberg am Horizont, der die Stammburg der Haunsperger trug. Drei Befestigungen derer trug einst dieser Berg, und das „obere Schloss“ dort war das Zuhause derer die Vachenlueg erbauten. Martin und Hans vom Haunsberg erkannten diese einmalige Lage und begannen 1414 mit dem Bau der Burg und nannten sie „Vachenlueg“. Diese Haunsperger waren seinerzeit ein angesehenes Geschlecht und konnten ihre Ahnenreihe bis auf die Zeit Pipins zurückführen. An diesem 799 m hohen Nordhang des Högls ließ sich wahrscheinlich gut „luegen“, und an den klafterdicken Mauern konnte man ungebetene Gäste unbeschwert abwehren. Die eigentliche Burg war nahezu quadratisch und hatte eine Seitenlänge von etwa 20 Meter. Sie hatte einen Innenhof und zwei große runde Ecktürme. Gegen Osten hin lagerte sich der Palas. Um diesen Komplex zog sich in etwa neun Metern Entfernung eine Ringmauer, die mit drei Ecktürmen bewehrt war. Nach Norden und Osten fiel dann der Hügel steil ab, was ja Sicherung genug ist. Die Süd- und Westseite wurde durch einen künstlichen Wassergraben geschützt, dessen Rest heute noch an der Langseite der Kapelle sichtbar ist. Im Süden, zum Högl hin, war das Tor mit einem Torbau gesichert. Die Veste war so durch einen Zwinger - ähnlich wie Staufenbrücke auf dem Schloss - geschützt und bot einen blockartigen Anblick. Wenn man die alte, heute asphaltierte Straße nach Vachenlueg hinaufgeht und sich die damaligen Verhältnisse vor Augen hält, so musste dieser Bau doch stolz und uneinnehmbar gewirkt haben. 1568 bringt dies Apian in einer Miniaturzeichnung gut zum Ausdruck. War aber Vachenlueg wirklich eine Ritterburg? Bestimmt nicht im Sinne des Wortes, obwohl die Burgherren sicher nicht immer sehr sanft mit ihren Untergebenen umgegangen sind. Die Bauern mussten ihren Zins abgeben. Die umliegenden Weiher, die von reichlichen Quellen gespeist werden, waren damals schon zu Fischzucht genutzt und 1459 richteten sie gegenüber der Veste eine Taverne ein, die von Kaiser Friedrich III. das Schank- und Brotverkaufsrecht erhielt. Georg von Haunsperg, der Sohn des Erbauers Martin erhielt dieses Vorrecht wegen seiner treuen Dienste. Auch war er zu dieser Zeit erzbischöflicher Hofmarschall und Pfleger von Tettelham bei Otting.

Somit ist dieses bis heute noch betriebene Wirtshaus*, neben dem Ägidikeller in Reichenhall aus dem 12.

Jh. und dem Moserwirt in Karlstein, 1507 zur Zollhaustaverne benannt, eines der ältesten Gasthäuser im

Landkreis.

Interessant ist hierbei am Rande zu bemerken, dass dieses alte Gemäuer so solide und mächtig erbaut wurde, dass es den gewaltigen Erdrutsch vom Juli 1954 unbeschadet überstand. Zwar reichten die Erdmassen bis zum Fenster des ersten Obergeschosses (im Originalaufsatz von Johannes Lackner steht irrtümlicherweise „des dritten Stockwerks“), doch das Haus hielt stand, währenddessen vier Gebäude und das Ehepaar Schöndorfer samt Viehbestand unter den Massen begraben wurde. Auch der südliche Teil des Schlossgrabens wurde hierbei verschüttet.

Doch zurück ins 16. Jahrhundert.

1521 werden die Brüder Hans und Wilhelm von Haunsperg als Herrscher von Vachenlueg genannt, und aus der Zeit des Bauernaufstandes von 1525, der den Landwirten mehr Rechte und Freiheiten bringen sollte, weiß man, dass daran auch die Vachenlueger Bauern beteiligt waren, als es gen Salzburg ging und die dortige Festung belagert und angegriffen wurde. Ritter Jakob von Haunsperg beschrieb die Aufständischen als ein „schlechtes, unangenehmes und ungerüst Röttl, in ledernden Röcken, darüber ein rostiges Vorder- oder Hinterteil von Harnisch, und ein rostiges Spießl, auch auswendig eine Plechhauben über dem Hut, lederne Hosen…„ Sicher mussten auch diese Bauern einen bitteren Tribut für ihre Untreue bezahlen… Dann brachen die Türken ins Land und die Haunsperger leisteten ihren Teil zur Verteidigung des Landes. Während dieses Krieges nahm Wilhelm von Haunsperg im Jahre 1529 einen türkischen Edelmann gefangen und König Ferdinand erlaubte, diesen als Geisel mit nach Vachenlueg mitzunehmen. 10.000 Gulden wollte der Türke aufbringen doch Wilhelm gab sich damit nicht zufrieden, so wurde der Muselmane krank und verstarb im Gefängnisverlies. Etwa 100 Jahre später, 1639, wurde das Rittergeschlecht der Haunsperger in den Freiherrenstand und 1675 in den Grafenstand erhoben. Sie lebten zwar in der Raubritterzeit, doch wurden den Herren von Vachenleug Mut, Tapferkeit und Frommheit nachgerühmt. Als 1724 die männliche Linie derer von Haunsperg erlosch, erbten dann Johann und Gabriel Grafen von Arco und Franz Freiherr Ow die Herrschaft von Vachenlueg, die sie aber bald danach mit 37 Grundholden an das Kloster Höglwörth für 8.000 Gulden verkauften. 1806 wird das Schloss als ein „altes baufälliges Gebäude“, mit einer passablen Raumausstattung versehen, beschrieben. Nach der Säkularisation erwarb 1817 der Münchener Kaufmann Moritz Naubauer Vachenlueg, der die meisten Grundstücke veräußerte. Der Maurer Anton Sigl aus Waging übernahm dann das Schloss mit nur noch 6 Tagwerk Grund. Nachdem er mehrere Dachstuhlbalken verkaufte und herausnehmen ließ, stürzte das Dach ein, wobei die Innenräume zerstört wurden. Von der Burgkapelle im ersten Stock der Veste blieben hierbei der Altar und das Gnadenbild unversehrt, was eine spontane Muttergottesverehrung entfachte und damit die Voraussetzung für die später einsetzenden Wallfahrten bildete. 1824 war das Schloss verfallen und wurde als Steinbruch benützt. Ein Jahr danach baute man wieder eine Kapelle in Vachenlueg, eine Notkapelle aus Holz, die 1848 durch einen Steinbau ersetzt wurde. Der bayerische Staat war von 1842 bis 1890 Eigentümer der Ruine bis der Schlossmeier Franz Edfelder die alten Mauern aufkaufte. In dieser ganzen Zeit wurde nichts zum Erhalt der Burgruine getan. Kurz vor der Jahrhundertwende verschüttet ein Erdrutsch einen Teil der Schlossgräben, und wie schon erwähnt, 1954 noch einmal. Im selben Jahr stand noch ein großes Stück Außenmauer, die aber wegen Einsturzgefahr gesprengt wurde. So blieb von dieser einst stolzen Veste nur noch ein kümmerlicher Rest über, der 1981 mit einer Erinnerungstafel versehen wurde, um diesem Ort zu gedenken. Und dieses letzte Stückchen Mauer war der Auslöser für den Jungen von einst, sich mit diesem beinahe ganz verschwundenen historischen Ort zu befassen. Den geheimen Gang mit dem Schatz hat er bis heute nicht gefunden. Mittlerweile ist aus dem kleinen Jungen ein großer geworden, der aber immer noch ein wenig auf den großen Fund hofft…. Quelle: Johannes Lackner „Der Pulverturm“ Nr. 2/1997 Herausgeber Verein für Heimatkunde e.V. Bad Reichenhall und Umgebung. *Der Gastronomiebetrieb wurde 2008 durch Verkauf des Anwesens aufgegeben. Die neuen Eigentümer, Reinhold und Elisabeth Walter gestalten die ehemalige TAVERNE VACHENLUEG zu einem Wohn- und Gästehaus um. Erhaltung und Rückbau historischer Substanz stehen im Mittelpunkt der Renovierung.

Link:

Burgruine Vachenlueg auf Wikipedia  
Aquarell Schlossruine Vachenlueg von 1842

SCHLOSS VACHENLUEG - VON DER

VESTE ZUR ERINNERUNGSTAFEL

von Johannes Lackner An einem Sonntag im August 1971 fuhr ein Vater mit seinen Kindern bei strahlendem Sonnenschein während eines Ausflugs hinauf nach Vachenlueg, um den jungen Menschen die Schönheit der Gegend und das kleine Wallfahrtskirchlein zu zeigen. Mit dabei war der Junior der Familie, der glänzende Augen bekam, als er vor der Kirche stand und die Mauerreste sah, die rechts des Eingangs unter hohem Gras und Büschen fast versteckt hervorlugten. Neugierig geworden fragte er nach dem Grund dieses Mauerrestes, worauf ihm sein Vater erklärte, dass an dieses Stelle einst eine Raubritterburg stand und dieser Rest hier das letzte dieser sei. Dies entfachte die Phantasie des Jungen ungemein und so konnte er sich die alte Burg in allen Einzelheiten klar vorstellen. Die Kapelle musste natürlich die alte Burgkapelle sein und der Weiher war bestimmt von den Rittern dazu genutzt worden, um die toten Gefangenen verschwinden zu lassen. Deshalb gab es ja auch hier die großen Karpfen und bestimmt konnte man auch noch Ritterrüstungen im Weiher finden. Der Vater erzählte ihm auch von dem Geheimgang, der bis nach Salburg reichen sollte. Und weil in einem geheimen Gang sicherlich auch ein großer Schatz versteckt sein musste, fuhr der Junge immer wieder auf den Hügel, um von hier oben irgendeinen Hinweis auf den Verlauf des Ganges zu finden. Vielleicht war ja ein Stück des Ganges eingebrochen und von dem Hügel könnte man dies bestimmt sehen, um dann später dort einzusteigen. Viele Sommer sind seit jenem Ausflug vergangen und der Junge konnte den Geheimgang nicht finden. Oft saß er auf der Bank ganz oben auf der Straße und stellte sich die Ritterzeit vor, als von der Burg aus die Ritter das fahrende Volk beobachteten und dann überfielen und ausraubten. Deshalb hieß es ja auch hier „Vachenlueg“, „lugen“ wie wir ja heute noch sagen und „fangen“. Doch in Wirklichkeit war es nicht ganz so, wie es in den trockenen Büchern der Geschichte zu entnehmen ist. Heute weiß man z. B., dass dieses „Vahen“, sprich „vachen“ soviel wie abeichen oder abmessen bedeutet. Um die Mitte des 16. Jh. nannten die Handwerker ihre festen Maßeinheiten auch Vachten. So würde sich der Name des Ortes mit „begrenzter Platz mit guter Aussicht“ übersetzen lassen. Und die kann jeder bestätigen, der schon einmal dort verweilt ist.

Wie sah es hier oben tatsächlich im Mittelalter aus?

Am anderen Ende des Beckens, das hier der Högl begrenzt, ragt der Haunsberg am Horizont, der die Stammburg der Haunsperger trug. Drei Befestigungen derer trug einst dieser Berg, und das „obere Schloss“ dort war das Zuhause derer die Vachenlueg erbauten. Martin und Hans vom Haunsberg erkannten diese einmalige Lage und begannen 1414 mit dem Bau der Burg und nannten sie „Vachenlueg“. Diese Haunsperger waren seinerzeit ein angesehenes Geschlecht und konnten ihre Ahnenreihe bis auf die Zeit Pipins zurückführen. An diesem 799 m hohen Nordhang des Högls ließ sich wahrscheinlich gut „luegen“, und an den klafterdicken Mauern konnte man ungebetene Gäste unbeschwert abwehren. Die eigentliche Burg war nahezu quadratisch und hatte eine Seitenlänge von etwa 20 Meter. Sie hatte einen Innenhof und zwei große runde Ecktürme. Gegen Osten hin lagerte sich der Palas. Um diesen Komplex zog sich in etwa neun Metern Entfernung eine Ringmauer, die mit drei Ecktürmen bewehrt war. Nach Norden und Osten fiel dann der Hügel steil ab, was ja Sicherung genug ist. Die Süd- und Westseite wurde durch einen künstlichen Wassergraben geschützt, dessen Rest heute noch an der Langseite der Kapelle sichtbar ist. Im Süden, zum Högl hin, war das Tor mit einem Torbau gesichert. Die Veste war so durch einen Zwinger - ähnlich wie Staufenbrücke auf dem Schloss - geschützt und bot einen blockartigen Anblick. Wenn man die alte, heute asphaltierte Straße nach Vachenlueg hinaufgeht und sich die damaligen Verhältnisse vor Augen hält, so musste dieser Bau doch stolz und uneinnehmbar gewirkt haben. 1568 bringt dies Apian in einer Miniaturzeichnung gut zum Ausdruck. War aber Vachenlueg wirklich eine Ritterburg? Bestimmt nicht im Sinne des Wortes, obwohl die Burgherren sicher nicht immer sehr sanft mit ihren Untergebenen umgegangen sind. Die Bauern mussten ihren Zins abgeben. Die umliegenden Weiher, die von reichlichen Quellen gespeist werden, waren damals schon zu Fischzucht genutzt und 1459 richteten sie gegenüber der Veste eine Taverne ein, die von Kaiser Friedrich III. das Schank- und Brotverkaufsrecht erhielt. Georg von Haunsperg, der Sohn des Erbauers Martin erhielt dieses Vorrecht wegen seiner treuen Dienste. Auch war er zu dieser Zeit erzbischöflicher Hofmarschall und Pfleger von Tettelham bei Otting.

Somit ist dieses bis heute noch betriebene Wirtshaus*,

neben dem Ägidikeller in Reichenhall aus dem 12. Jh.

und dem Moserwirt in Karlstein, 1507 zur

Zollhaustaverne benannt, eines der ältesten

Gasthäuser im Landkreis.

Interessant ist hierbei am Rande zu bemerken, dass dieses alte Gemäuer so solide und mächtig erbaut wurde, dass es den gewaltigen Erdrutsch vom Juli 1954 unbeschadet überstand. Zwar reichten die Erdmassen bis zum Fenster des ersten Obergeschosses (im Originalaufsatz von Johannes Lackner steht irrtümlicherweise „des dritten Stockwerks“), doch das Haus hielt stand, währenddessen vier Gebäude und das Ehepaar Schöndorfer samt Viehbestand unter den Massen begraben wurde. Auch der südliche Teil des Schlossgrabens wurde hierbei verschüttet.

Doch zurück ins 16. Jahrhundert.

1521 werden die Brüder Hans und Wilhelm von Haunsperg als Herrscher von Vachenlueg genannt, und aus der Zeit des Bauernaufstandes von 1525, der den Landwirten mehr Rechte und Freiheiten bringen sollte, weiß man, dass daran auch die Vachenlueger Bauern beteiligt waren, als es gen Salzburg ging und die dortige Festung belagert und angegriffen wurde. Ritter Jakob von Haunsperg beschrieb die Aufständischen als ein „schlechtes, unangenehmes und ungerüst Röttl, in ledernden Röcken, darüber ein rostiges Vorder- oder Hinterteil von Harnisch, und ein rostiges Spießl, auch auswendig eine Plechhauben über dem Hut, lederne Hosen…„ Sicher mussten auch diese Bauern einen bitteren Tribut für ihre Untreue bezahlen… Dann brachen die Türken ins Land und die Haunsperger leisteten ihren Teil zur Verteidigung des Landes. Während dieses Krieges nahm Wilhelm von Haunsperg im Jahre 1529 einen türkischen Edelmann gefangen und König Ferdinand erlaubte, diesen als Geisel mit nach Vachenlueg mitzunehmen. 10.000 Gulden wollte der Türke aufbringen doch Wilhelm gab sich damit nicht zufrieden, so wurde der Muselmane krank und verstarb im Gefängnisverlies. Etwa 100 Jahre später, 1639, wurde das Rittergeschlecht der Haunsperger in den Freiherrenstand und 1675 in den Grafenstand erhoben. Sie lebten zwar in der Raubritterzeit, doch wurden den Herren von Vachenleug Mut, Tapferkeit und Frommheit nachgerühmt. Als 1724 die männliche Linie derer von Haunsperg erlosch, erbten dann Johann und Gabriel Grafen von Arco und Franz Freiherr Ow die Herrschaft von Vachenlueg, die sie aber bald danach mit 37 Grundholden an das Kloster Höglwörth für 8.000 Gulden verkauften. 1806 wird das Schloss als ein „altes baufälliges Gebäude“, mit einer passablen Raumausstattung versehen, beschrieben. Nach der Säkularisation erwarb 1817 der Münchener Kaufmann Moritz Naubauer Vachenlueg, der die meisten Grundstücke veräußerte. Der Maurer Anton Sigl aus Waging übernahm dann das Schloss mit nur noch 6 Tagwerk Grund. Nachdem er mehrere Dachstuhlbalken verkaufte und herausnehmen ließ, stürzte das Dach ein, wobei die Innenräume zerstört wurden. Von der Burgkapelle im ersten Stock der Veste blieben hierbei der Altar und das Gnadenbild unversehrt, was eine spontane Muttergottesverehrung entfachte und damit die Voraussetzung für die später einsetzenden Wallfahrten bildete. 1824 war das Schloss verfallen und wurde als Steinbruch benützt. Ein Jahr danach baute man wieder eine Kapelle in Vachenlueg, eine Notkapelle aus Holz, die 1848 durch einen Steinbau ersetzt wurde. Der bayerische Staat war von 1842 bis 1890 Eigentümer der Ruine bis der Schlossmeier Franz Edfelder die alten Mauern aufkaufte. In dieser ganzen Zeit wurde nichts zum Erhalt der Burgruine getan. Kurz vor der Jahrhundertwende verschüttet ein Erdrutsch einen Teil der Schlossgräben, und wie schon erwähnt, 1954 noch einmal. Im selben Jahr stand noch ein großes Stück Außenmauer, die aber wegen Einsturzgefahr gesprengt wurde. So blieb von dieser einst stolzen Veste nur noch ein kümmerlicher Rest über, der 1981 mit einer Erinnerungstafel versehen wurde, um diesem Ort zu gedenken. Und dieses letzte Stückchen Mauer war der Auslöser für den Jungen von einst, sich mit diesem beinahe ganz verschwundenen historischen Ort zu befassen. Den geheimen Gang mit dem Schatz hat er bis heute nicht gefunden. Mittlerweile ist aus dem kleinen Jungen ein großer geworden, der aber immer noch ein wenig auf den großen Fund hofft…. Quelle: Johannes Lackner „Der Pulverturm“ Nr. 2/1997 Herausgeber Verein für Heimatkunde e.V. Bad Reichenhall und Umgebung. *Der Gastronomiebetrieb wurde 2008 durch Verkauf des Anwesens aufgegeben. Die neuen Eigentümer, Reinhold und Elisabeth Walter gestalten die ehemalige TAVERNE VACHENLUEG zu einem Wohn- und Gästehaus um. Erhaltung und Rückbau historischer Substanz stehen im Mittelpunkt der Renovierung.

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Burgruine Vachenlueg auf Wikipedia  
Aquarell Schlossruine Vachenlueg von 1842
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